OPC Traubenkernextrakt – Wirkung, Anwendung, Studien

 

OPC ist die Abkürzung für „Oligomere Proanthocyanidine“. Dies bezeichnet eine Gruppe an Wirkstoffen, die als Anti-Oxidanzien identifiziert werden. Natürliches OPC wird in besonders hoher Konzentration in allen Beeren mit roter Schale gefunden. Als Hauptlieferant für konzentriertes OPC werden heute Kerne von roten Weintrauben verwendet. Hier ist wohl die einfache Verfügbarkeit einer der Hauptgründe.

Wie bei allen Nahrungsergänzungen und Naturheilmitteln liegen Lob und Kritik sehr dicht beieinander. Die eine Fraktion ist die der Anwender. Diese schwören auf die heilsame Wirkung von OPC. Es wird gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Symptomen eingesetzt, zu denen auch Migräne, Krebs, unreine Haut und das Altern selbst gehören. Die Verbraucherzentrale stellt jedoch in einem Gutachten vom Juni 2018 fest, dass noch keine am Menschen getesteten Studien die Wirkung von OPC nachweisen können. 

Dem gegenüber gibt es zahlreiche Studien aus Japan, den USA und Südamerika, die eine Wirksamkeit von OPC zumindest vermuten lassen. Allerdings handelt es sich bei diesen Studien um keine Erhebungen mit tiefergehender wissenschaftlicher Beweiskraft. So wurden die Studien in Japan größtenteils jeweils mit maximal 20 Teilnehmern erhoben. Immerhin wurden sie als Doppelblind-Studie, also mit einer gleichzeitigen Placebo-Vergabe durchgeführt. Von der Vorgehensweise genügen sie damit zwar einer wissenschaftlichen Erhebung – die Zahl der Probanden ist bei allen Studien jedoch viel zu gering, um eine allgemeingültige Aussagekraft zu entwickeln. 

Aber immerhin: OPC, sogar synthetisch hergestelltes OPC, ist von der europäischen Kommission als Nahrungsergänzung zugelassen worden. Damit ist zumindest erwiesen, dass OPC nicht schadet und unbedenklich konsumiert werden kann. 

 

Anwendung und Wirkung 

  • Blutverdünnend
  • Antioxidativ
  • Sehr guter Vitamin C Lieferant
  • Gewicht reduzierend
  • Schützt gegen UV-Strahlen
  • Entzündungshemmend
  • Stärkt das Immunsystem 

 OPC werden drei Wirkungsweisen zugeschrieben. Diese sind:  

  • Blutverdünnung
  • Antioxidativ
  • Entzündungshemmend 

Der Traubenkernextrakt OPC ist vor allem wegen seiner stark antioxidativen Wirkung bekannt. Damit greift er auf biochemischer Ebene in den Stoffwechsel des Organismus ein und hilft dem Körper, sich selbst zu reparieren. 

 

Gegen Krebs 

Es ist immer sehr gefährlich, ein Naturheilmittel als Medizin gegen schwere Krankheiten wie Krebs, anzupreisen. Krebspatienten sind häufig in einer sehr verzweifelten Lage, bei der sie nach jedem Strohhalm greifen und praktisch auf jedes noch so abwegige Versprechen herein fallen können. Darum werden auch wir an dieser Stelle das Traubenkernextrakt OPC nicht als Alternative zur herkömmlichen Krebstherapie empfehlen. Was wir aber sagen möchten, dass es etliche Erfahrungsberichte von Krebspatienten gibt, die mit dem Traubenkernextrakt OPC positive Erfahrungen gemacht haben. Vor allem als begleitende Medikation um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie oder Nachsorge abzumildern, hat sich der Traubenkernextrakt OPC bislang nur bewährt. Medizinische Studien zur Wirkung von OPC gegen Krebs, allerdings ist die Datenlage noch stark eingeschränkt. Bislang wurden lediglich Versuche an Ratten und an Krebskulturen in der Petrischale durchgeführt. Dort konnte jedoch in beiden Fällen durchaus ein Stoppen bzw. Rückgang des Tumorwachstums beobachtet werden.
Studien dazu sind beispielsweise:
Untersuchung von OPC bei Darmkrebszellen: „Grape seed extract inhibits in vitro and in vivo growth of human colorectal carcinoma cells.“ Clin Cancer Res. 2006 Oct 1 

 

Schutz für Herz und Blutgefäße 

Hoher Blutdruck hat drei Ursachen: 

  • Verengung der Blutgefäße
  • Verdickung des Bluts
  • Veränderungen an der Pumpleistung des Herzens. 

Die Verengung der Blutgefäße kann durch eine Verhärtung der Innenwände, durch Ablagerungen oder durch eine Fehlfunktion der Blutgefäß-Muskulatur entstehen. Das betrifft vor allem die Arterien, also die Adern, die für den Transport von sauerstoffreichem Blut verantwortlich sind. Sie sind mit einer dicken Muskelwand umgeben. Zieht sich diese Muskulatur zusammen, steigt der Blutdruck. Weitet sie sich auf, fällt der Blutdruck wieder. Die Venen, also die Adern die sauerstoffarmes Blut transportieren, sind hingegen mit Rückstauklappen ausgestattet.
OPC hat der Beobachtung nach drei Effekte auf die Regulierung von Blutdruck. Es hilft dabei, die Ablagerungen und Verhärtungen an den Innenwänden der Blutgefäße abzubauen. Darüber hinaus hat es eine stark verdünnende Wirkung auf das Blut. Schließlich wirkt es auch regulierend auf die Herzmuskulatur und die Ringmuskulatur der Arterien.  Im Ganzen hilft OPC damit dem Körper, seinen Blutdruck von alleine wieder auf ein gesundes Maß zu regulieren.
Studien haben bestätigt, dass bei Blutdruckproblemen durchaus der systolische Blutdruck und die Herzfrequenz durch die Einnahme von OPC gesenkt werden kann. Der systolische Blutdruck bzw. der „obere Wert“ ist der vom Herz beeinflusste Blutdruck. Die gleiche Studie hat aber festgestellt, dass der diastolische Blutdruck, also der „untere“ Wert, durch die Einnahme von OPC kaum beeinflusst werden kann. (Journal of Diet Association 11. August 2011  The effect of grape seed extract on cardiovascular risk markers: a meta-analysis of randomized controlled trials.) 

Bei hohem Cholesterin 

Die Einnahme von OPC gegen zu hohes Cholesterin ist wissenschaftlich bereits untersucht. Die Datenlage ist noch recht gering. Interessant sind aber besonders zwei Studien, die an starken Rauchern durchgeführt wurden. Raucher sind eine bekannte Risikogruppe, die für die Ansammlung hoher Cholesterin-Werte bekannt sind. Die Ergebnisse der Studie können auf folgenden Punkt reduziert werden: Die Einnahme von OPC alleine hat keinen Einfluss auf die Cholesterin-Problematik dieser Risikogruppe. Aber – und das ist sehr interessant: Nimmt man OPC zusammen mit Chrom Polynicotinaten ein, erhält man einen durchaus positiven Effekt auf den Cholesterinhaushalt im Blut. Darüber hinaus wurde durch die Einnahme von OPC die Bildung von TBARS – ein körpereigener Säurehemmer – deutlich reduziert. Das deutet stark auf die antioxidative Wirkung von OPC hin. 

Bei Schlaganfall 

Ein Schlaganfall ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand, bei dem es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn gekommen ist. Hier sind Blutverdünnung und Wiederherstellung der optimalen Sauerstoffversorgung des Gehirns das oberste Gebot. Zur klinischen Erstversorgung gehören immer die reichhaltige Verabreichung von Blutverdünnern und Flüssigkeit. In der Nachsorge und Vorsorge gegen weitere Schlaganfälle, ist die Versorgung mit Blutverdünnern und Flüssigkeit mehr als angezeigt. Hier kann OPC einen Beitrag leisten. Wichtiger ist jedoch die ausreichende Hydratation des Körpers durch viel Trinken. 

Ist die Wirkung von OPC real oder nur alles Placebo? 

Die wissenschaftliche Untersuchung von OPC ist noch im vollen Gange. Es konnten viele positive Eigenschaften wie die Blut verdünnende oder die antioxidative Wirkung tatsächlich bestätigt werden. Die Datenlage beruht jedoch hauptsächlich auf Versuchen mit Ratten oder mit Zellkulturen. Versuche an Menschen wurden bislang nur im kleinen Umfang durchgeführt. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich und reichen von „unwirksam“ (Senkung von diastolischen Blutdruck) über „in Kombination mit anderen Präparaten wirksam (Cholesterin senkend) bis „sehr wirksam“ (Blutverdünnung und Antioxidative Wirkung). Wichtig ist jedoch zu wissen, dass OPC nicht schadet, sondern als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen ist. 

 Studien 

Die dünne Studienlage zu OPC ist typisch für die meisten Nahrungsergänzungsmittel. Genau das wird dem Produkt auch immer wieder zum Vorwurf gemacht. Die Studien dazu seien zu wenige oder nicht korrekt durchgeführt. Tatsächlich würden auch wir uns wünschen, wenn die vollmundigen Werbeaussagen zum OPC besser durch handfeste wissenschaftliche Studien belegt wären. Fakt ist jedoch, dass die Vielzahl an positiven Erfahrungsberichten durchaus Studiencharakter haben können. Wir möchten deshalb auch ohne das Vorhandensein von Studien zum Ausprobieren von OPC ermuntern. Es ist und bleibt ein rein pflanzliches Produkt, bei dem bislang keine negativen Effekte – bis auf die statistisch unvermeidlichen Unverträglichkeiten – beobachtet wurden. Sollten sich doch wissenschaftliche Studien zu OPC in Zukunft durchgeführt werden, werden wir Sie darüber umgehend informieren. 

Aber immerhin – zwar ist die Studienlage zu OPC dünn, ganz frei von wissenschaftlichen Untersuchungen ist das OPC aber nicht. Die starke antioxidative Wirkung konnte bereits am lebenden Objekt „in vivo“ in Form von Tierversuchen nachgewiesen werden. Hier wurden Ratten als Versuchstiere verwendet. Ein chinesisches Forscherteam der Daliam University konnte sogar nachweisen, dass vorgeschädigte Organe von Ratten sich mit Hilfe von der Einnahme von OPC wieder regenerieren und reparieren konnten. 

Bei zwei Untersuchungen am Menschen, eine in den USA und eine in Italien, wurde festgestellt, dass die Einnahme von OPC eine Blutdruck senkende Wirkung hat. Dieser Effekt war jedoch beim näheren Hinsehen indirekt. OPC hatte nämlich nachweislich dazu beigetragen, eine Arteriosklerose zurück zu bilden. Das sind äußerst positive Nachrichten. Vor allem ehemalige Raucher und ausgesprochene Liebhaber von Schweinefleisch sind äußerst anfällig für diese Verstopfungen der Blutgefäße. Diese lösen nicht nur Bluthochdruck aus. Auch Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen auf das Konto dieser Verengungen der Blutgefäße.  OPC scheint hier primär eine entkrampfende Wirkung der Arterien zu haben. Die entspannten Arterien weiten sich und der vergrößerte Querschnitt senkt den Blutdruck. Im weiteren Verlauf werden die Ablagerungen abgebaut und der niedrigere Blutdruck stabilisiert sich. Hier stehen auch dunkle Beeren wie Johannisbeeren im Verdacht, eine ähnliche Wirkung zu haben. 

Einnahme und Dosierung 

OPC kann als Nahrungsergänzung oder zur Behandlung akuter Beschwerden eingesetzt werden. Möchte man einen gewissen OPC Spiegel als prophylaktische Maßnahme gegen Arterienverkalkung oder freie Radikale verwenden, genügen 50mg pro Tag. Bei einer Akutbehandlung können hingegen bis zu 400 mg pro Tag eingenommen werden. Es ist daher sinnvoll, den Kauf von OPC Produkten seinem gewünschten Tagesbedarf anzupassen. Höher konzentrierte Kapseln sind natürlich teurer. Wenn aber eine entsprechend hohe Dosis eingenommen werden will, ist die stärkere Kapsel aber preiswerter als ein schwächeres Präparat. Von diesem müsste dann umso mehr eingenommen werden, was die Sache wieder teurer macht.  

OPC Traubenkernextrakt 

OPC ist ein antioxidativer Wirkstoff, der zur Neutralisierung freier Radikale eingesetzt wird. Freie Radikale sind Ionen an sich harmloser Moleküle, die durch ihre Ionisierung aber die Zellwände schädigen können. Die Ionen des Sauerstoffs wirken besonders schädlich, da der Sauerstoff seinerseits ein starkes Oxidationsmittel ist. Die Sauerstoff-Ionen wirken also „verbrennend“ auf die Körperzellen. 

Freie Radikale entstehen durch Mangelerscheinungen, falsche Ernährung, Entzündungen und viele weitere Ursachen. Sie können ihrerseits bestehende Entzündungen verschlimmern. Das Herabsenken der Niveaus von freien Radikalen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil zur Behandlung von Entzündungen. 

Entzündungen sind die Ursache sehr vieler Erkrankungen. Die Bandbreite reicht von Migräne oder Abgeschlagenheit bis zu ernsthaften Magen-Darm-Störungen und sogar Herzproblemen. 

OPC hat sich in Laborversuchen als sehr wirksam gegen freie Radikale gezeigt. Es wurde in signifikanten Konzentrationen in Traubenkernen identifiziert, weshalb die meisten OPC Präparate die Traubenkerne als Rohstoff verwenden.
Wein und Weintrauben gelten schon seit den Ägyptern als ganz besondere Nahrungsmittel. Nicht nur wegen der berauschenden Wirkung vergorener Trauben waren die Früchte stets sehr beliebt. Sie waren außerdem wegen ihres hohen Zuckergehalts und Wasser stets sehr gefragte Nahrungsmittel. Dass Wein durchaus auch gesundheitsfördernde Wirkung haben soll, darüber spekulierten schon die alten Griechen. Den Römern war ihr Wein ohnehin mehr als heilig und konsumierten ihn praktisch bei jeder Gelegenheit.
Die Traubenkerne sind jedoch bis heute beim Genuss von Wein und Weintrauben außen vor. Beißt man versehentlich auf einen Kern, quittiert er das mit einem unangenehmen sauer-bitteren Geschmack. Dabei ist gerade der saure Anteil sehr interessant, da er auf ein reichhaltiges Vorkommen von Vitamin C hinweist. 

OPC kommt auch in anderen pflanzlichen Stoffen vor. Sein Vorteil gegenüber dem Vitamin C ist, dass seine Wirkung etwa das 50fache beträgt. Sauerkraut und Paprika sind bereits reich an Vitamin C und haben damit lange Seefahrten erst möglich gemacht, da sie gegen die gefürchtete Seefahrerkrankheit „Skorbut“ wirksam waren. OPC wurde nachweislich erstmalig zu diesem Zweck im Winter 1534/35 als Medizin gegen Skorbut eingesetzt. Der französische Entdecker Jack Cartier wurde bei der Durchquerung der St.-Lorenz-Bucht vom grimmigen nordamerikanischen Winter überrascht. 

Seine Mannschaft begann wegen Auszehrung dahin zu siechen und auch die typischen Skorbut-Symptome zeigten sich bereits: Ausfallende Zähne, fahle Haut, Abgeschlagenheit und kaum Widerstandkräfte waren unter der Expedition weit verbreitet. Es war schließlich ein einheimischer Medizinmann, der mit Hilfe eines Rinden- und Tannennadel-Extraktes die Männer retten konnte. Später wurde nachgewiesen, dass die Ingeridienzien sehr viel OPC enthielten. 

Der Nachweis von OPC in Taubenkernen gelang erst im Jahr 1995. Wieder war es ein Franzose, der Forscher Jaxques Masquellier, der das Antioxidant in den Samen der Rebenfrüchte fand.